Hier finden Sie Veranstaltungen des Seminars für Verwaltungslehre. Bitte
beachten Sie auch unsere Lehrveranstaltungen.
Direkte und repräsentative Demokratie: Zwei
feindliche Schwestern?
Ob es um Wahlrechtsregelungen, Nichtraucherschutz, Schulreformen oder
Privatisierung öffentlicher Einrichtungen, um Infrastrukturvorhaben und
Industrieanlagen oder auch nur um schlichten Wohnungsbau geht: Immer
häufiger regt sich in der Bevölkerung Widerstand, wollen sich die Bürger mit
den Entscheidungen von Landesparlamenten oder von Gemeinde- und Stadträten
nicht abfinden. Sie organisieren sich, bilden Initiativen, sammeln
Unterschriften für Volks- und Bürgerbegehren und sind mit Volks- und
Bürgerentscheiden immer öfter erfolgreich.
Konflikte dieser neuen Formen basisdemokratischer Entscheidungen mit den
klassischen Formen und Verfahren repräsentativer Demokratie sind
unausweichlich. Beide sind rechtlich bisher nur unzureichend aufeinander
abgestimmt. Politisch folgen die Frontlinien nicht den bekannten
parteipolitischen Mustern. Es drohen Konfrontationen bis hin zu Blockaden
sowie Effizienzverluste im politischen Prozess.
Hamburg gehört im Hinblick auf Volks- und Bürgerbegehren zu den
Spitzenreitern. Hier werden die Konflikte besonders deutlich. Das Seminar
für Verwaltungslehre nimmt die jüngsten Erfahrungen auf Landes- wie auch auf
Bezirksebene zum Anlass, dem Verhältnis der beiden Formen von Willensbildung
und Entscheidungsfindung weiter nachzugehen. In einer Veranstaltungsreihe
mit insgesamt drei Veranstaltungen sollen die bisherigen Erfahrungen
erörtert und Überlegungen zur praktischen Bewältigung der Konfliktlagen
angestellt werden.
Programm:
Auftaktveranstaltung am 15. November
1.
Direkte Demokratie in Deutschland
(15 Uhr c.t.)
Erscheinungsformen, Anwendungsbereiche, Probleme direkter
Demokratie
Dr. Johannes Rux
Direkte Demokratie und
demokratische Legitimation
Prof. Dr. Hans-Heinrich Trute
2.
Das Internet als Medium basisdemokratischer Prozesse
(17 Uhr c.t.)
Meinungsbildung im Internet
Prof. Dr. Bernd Holznagel
Digitaler Lobbyismus
Dr. Gunnar Bender
Moderation:
Prof. Dr. Ulrich Ramsauer
– ab 19 Uhr Ausklang mit Abendimbiss –
Die weiteren Termine:
Donnerstag, 2. Dezember
2010, 18 Uhr c.t.
Direkte Demokratie in
Hamburg
- Erfahrungen und
Reformbedarf
Dr. Andreas Dressel,
Referatsleiter, MdBü
- Vermittlung zwischen
Initiativen und Repräsentanten
Prof. Dr. Andreas von Arnauld
Rechthaus Universität
Hamburg, Raum 131
Donnerstag, 20. Januar
2011, 18 Uhr c.t.
Die Bedeutung von
Bürgerentscheiden im Baurecht
- Bürgerentscheide und
Bebauungsplanverfahren
Prof. (em.) Dr.
Hans-Joachim Koch
- Bürgerentscheide gegen
Baugenehmigungen
Dr. Torsten Sevecke,
Bezirksamtsleiter
Rechthaus Universität
Hamburg, Raum 131
Koordination: Prof. Dr. Ulrich Ramsauer, Seminar für
Verwaltungslehre
Ansprechpartner: Für Fragen und Anregungen zur Veranstaltungsreihe
wenden Sie sich bitte an Frau Storck, Tel.: (040) 42838-2994 oder Fax -5670
Zur Eintragung in den Mail-Verteiler:
Nachricht an Mirja Storck senden
Die Expertenvorträge richten sich an die Freunde des Seminars für
Verwaltungslehre, an Praktiker aus der Hamburgischen Verwaltung, sowie die
Studierenden des Wahlschwerpunktes VIII, darüber hinaus an alle
Interessierten aus Wissenschaft und Praxis. Alle sind herzlich eingeladen.
Im Anschluss an die Vorträge gibt es die Möglichkeit zur Diskussion.