Netzwerk Jugendakademie

Projektlaufzeit:

2006 Pilotphase
2007 - 2008 Implementationsphase

Projektmitarbeiter:

Prof. Bernd-Rüdeger Sonnen

Kooperationspartner:

Deutsche Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen (DVJJ)
Deutscher Richterbund Universität Magdeburg (Fakultät für Erziehungswissenschaften, Erwachsenenbildung)

Projektfinanzierung:

Die bislang laufenden und vor allem die noch geplanten Aktivitäten haben einen Umfang, der mit Eigenmitteln der beteiligten Organisationen nicht geleistet werden kann. Es sind deswegen Projektanträge für eine Laufzeit von 3 Jahren und zur Finanzierung von 2 halben Forschungs- und Koordinierungs-Stellen gestellt.

Projektbeschreibung:

Das Netzwerk Jugendakademie verfolgt einen Ansatz der professionellen Weiterbildung mit folgenden Zielen:
* Schaffung einer positiven Fortbildungskultur,
* Kompetenzorientierung,
* Teilnehmerorientierung,
* Implementierung der Erkenntnisse aus der Erwachsenenbildung,
* Wirkungsorientierung.
Um diese Ziele erreichen zu können, müssen wir wissen: wie arbeiten Richterinnen und Richter und Staatsanwälte? Wie sehen die institutionellen Rahmenbedingungen aus? Welche Motive haben Menschen, wenn sie Richter oder Staatsanwalt werden? Was kann dazu motivieren, an Fort- und Weiterbildungen teilzunehmen? Mit diesen Fragen beschäftigen sich zur Zeit mehrere Diplom- und Dissertationsprojekt an den Universitäten Magdeburg und Hamburg.

Entwicklung von Qualitätskriterien:
Was macht einen "guten" Jugendrichter oder Jugendstaatsanwalt aus? Qualitätskriterien dürfen nicht von oben verordnet, sondern sollen aus der betroffenen Profession heraus entwickelt werden. Deswegen werden im Jahr 2006 mehrere Pilot-Workshops mit Jugendrichterinnen und Jugendrichtern veranstaltet. Den ersten werden im Juni 2006 die Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt, der Deutsche Rich-terbund, das Justizministerium Sachsen-Anhalt und die DVJJ in Magdeburg veranstalten. Zwei weitere Workshops sollen noch folgen.

Interdisziplinärer Austausch und internationale Vernetzung:
Das Jugendstrafverfahren selbst, aber auch die hier skizzierte Weiterbildungskonzeption ist interdisziplinär angelegt. Im Frühjahr 2007 wird ein interdisziplinäres Symposium veranstaltet. Auch in vielen anderen europäischen Ländern steht die Diskussion um die Qualität im Rechtswesen und die Qualifizierung der Mitwirkenden auf der Tagesordnung. Wir werden unsere Erfahrungen und Eindrücke mit den beteiligten Kolleginnen und Kollegen austauschen und unsere Konzepte entsprechend fortentwickeln.

Publikationen aus dem Projekt:

Breymann, K.: Jugendakademie - Zu den Grundlagen der Weiterbildung für Jugendrichter und Jugendstaatsanwälte, ZJJ 2005, S. 185ff und 279ff.
Dick, M.: Erwachsenenbildung, Arbeitsforschung und Professionsentwicklung. Ein Ansatz zur Förderung jugendrichterlicher Kompetenz, ZJJ 2005, S. 290ff.