Blueprints - Modelle zur Gewaltprävention
(auch ein Modell für die Bundesrepublik Deutschland?)
Projektlaufzeit:
2006 - 2008 (erste Phase: Übersetzung und Veröffentlichung) danach Umsetzungsphase
Projektmitarbeiter:
Prof. Bernd-Rüdeger Sonnen
Kooperationspartner:
Universität Denver/Colorado (Prof. Dr. Delbert Elliott)
Projektbeschreibung:
Um eine effektive nationale Präventionsinitiative zu starten, müssen erfolgreiche Ge-waltpräventionsprogramme gefunden und/oder entwickelt und diese auf wissenschaftlicher Grundlage implementiert werden, so dass signifikante Reduzierungen bei gewalttätigen Delikten erkennbar sind. In den USA ist eine Kernmenge von Programmen identifiziert worden, die sehr hohen wissenschaftlichen Standards für effektive Präventionsprogramme entsprechen. Diese Programme (die sog. Blueprints) könnten einen Kern von Programmen in einer nationalen Gewaltpräventionsinitiative begründen. Dabei ist sicherzustellen, dass das Gemeinwesen von diesen Blueprint-Programmen erfährt und dabei unterstützt wird, wenn diese repliziert werden sollen. Das ist das Ziel der Prävention der Reihe von Blueprint-Modellen zur Gewaltprävention (gegenwärtig 12 an der Zahl). Sie begründen ein komplettes Paket sowohl von Programmen als auch von verfügbarer technischer Unterstützung für Bundesstaaten, Gemeinwesen, Schulen und lokalen Stellen, die die Probleme von Gewalt, Kriminalität und Substanzmissbrauch in ihren Gemeinwesen anzugehen versuchen. Elliott knüpft mit seiner groß angelegten Überprüfung von Präventionsprojekten an die Arbeiten von Sherman u.a. an. Blueprints heißen wörtlich übersetzt "Blaupausen". Damit ist immer eine originalgetreue Vervielfältigung eines Modells gemeint. Die Modelle gegen Gewalt sind gleichsam Gebrauchsanweisungen zu Implementation nachgewiesener effektiver Gewaltpräventionsprogramme für Gemeinwesen und haben damit Bedeutung für Praxis, Politik und Wissenschaft. Die Probleme und Prob-lemlösungsmöglichkeiten, die von Delbert Elliott vorgestellt worden sind, gehörten auch schon zu den zentralen Themen des 26. Deutschen Jugendgerichtstages in Leipzig 2004. Um in Deutschland nicht bei null anzufangen, lohnt es sich, den Blick auf die international bereits gewonnenen Antworten auf aktuelle Fragen zu berücksichtigen. Bannenberg, Heinz und Rössner haben sich bereits der deutschen Qualitäts- und Wirkungsforschung zugewandt. Es geht jetzt darum Lösungen, die andere schon gefunden haben, zur Kenntnis zu nehmen und gemeinsam dazu beizutragen, auch für deutsche Gegebenheiten ein tragfähiges Fundament für eine nationale Präventionsinitiative zu bilden. Dazu gehört zunächst die Übersetzung der angesprochenen 12 Blueprint-Projekte, eine entsprechende Veröffentlichung und mit deren Hilfe eine Diskussion hinsichtlich der Übertragbarkeit US-amerikanischer Erfahrun-gen auf deutsche Verhältnisse.